Elektrotechnik

E-Technik

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Elek|tro|tẹch|nik 〈f. 20; unz.; kurz: ElektrikLehre von der technischen Anwendung der physikalischen Grundlagen der Elektrizitätslehre
Die Buchstabenfolge elek|tr... kann in Fremdwörtern auch elekt|r... getrennt werden.

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Elẹk|t|ro|tech|nik, die <o. Pl.>:
Zweig der Technik, der sich mit der technischen Anwendung der physikalischen Grundlagen u. Erkenntnisse der Elektrizitätslehre befasst.

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Elektrotẹchnik,
 
Zweig der Technik, der sich mit der technischen Anwendung der physikalischen Grundlagen und Erkenntnisse der Elektrizitätslehre befasst, das heißt die Erscheinungsformen und Wirkungen elektrischer Ladungen und Ströme, die von ihnen erzeugten elektrischen und magnetischen Felder sowie ihre wechselseitigen elektromagnetischen Beeinflussungen technisch ausnutzt.
 
Die elektrische Energietechnik (früher Starkstromtechnik) umfasst alle Bereiche, die sich mit der Erzeugung elektrischer Energie (Elektroenergie) in Kraftwerken, mit ihrer Fortleitung und Verteilung über Freileitungen und Kabel sowie ihrer Nutzung beschäftigen, ferner die dazugehörigen Anlagen und Geräte wie Generatoren, Elektromotoren, Transformatoren; weiter zählen dazu die Hochspannungstechnik, die Lichttechnik und die Leistungselektronik. Die Aufgabe der Nachrichtentechnik (früher zur Schwachstromtechnik gehörend) liegt in der Erzeugung, Übertragung, Verarbeitung und Speicherung von Nachrichten in Form analoger oder digitaler elektrischer Signale. Sie umfasst die Nachrichtenverarbeitung, die Telekommunikation, die (drahtgebundene) Vermittlungstechnik und die Fernwirktechnik, wobei in immer stärkerem Maß die Digitaltechnik herangezogen wird. Für die Sende- und Empfangstechnik bei Funk, Rundfunk und Fernsehen werden Verfahren der Hochfrequenztechnik benötigt. Sie umfasst ferner die Informationselektronik sowie die Elektroakustik und die elektronische Datenverarbeitung. Die elektrische Messtechnik hat die Aufgabe des Messens elektrischer und nichtelektrischer Größen mit Mitteln der Elektrotechnik. Die Regelungs- und Steuerungstechnik verknüpft Energie- und Nachrichtentechnik miteinander.
 
 
Die Entwicklung der Elektrotechnik ist eng an die fortschreitenden Erkenntnisse über den Elektromagnetismus (Elektrizität), besonders an die Entdeckung der elektromagnetischen Induktion (M. Faraday, 1831) und des dynamoelektrischen Prinzips (W. von Siemens, 1866), geknüpft. Bereits 1832 entwickelte der französische Mechaniker Hippolyte Pixii (* 1808, ✝ 1835) eine von Hand getriebene magnetische Induktionsmaschine, in den darauf folgenden Jahren M. H. von Jacobi (seit 1834) und der Ingenieur und Physiker Johann Philipp Wagner (* 1799, ✝ 1879; seit 1836) einen Elektromotor. Mit dem Bau der Dynamomaschine, des ersten nach dem dynamoelektrischen Prinzip arbeitenden Stromerzeugers, durch W. von Siemens (1866) nahm die eigentliche Starkstromtechnik ihren Anfang. Siemens baute 1879 auch die erste elektrische Lokomotive und 1880 den ersten elektrischen Aufzug. 1882 setzte T. A. Edison in New York das erste elektrische Kraftwerk in Betrieb. Um 1885 gab es Gleichstromanlagen mit brauchbaren Motoren für Industrie und Gewerbe. Etwa gleichzeitig wurde das Drehstromsystem durch G. Ferraris, den amerikanischen Erfinder Charles S. Bradley (* 1835, ✝ 1929), N. Tesla, F. A. Haselwander, M. Doliwo-Dobrowolski u. a. entwickelt. 1891 wurde die erste Drehstromübertragung von Lauffen am Neckar nach Frankfurt am Main (Übertragung einer elektrischen Leistung von rund 150 kW über 178 km) durchgeführt. Die leichte Transformierbarkeit des Drehstroms und der einfache Bau des Drehstrommotors verhalfen dem Drehstrom zum Sieg. - Auch die Schwachstromtechnik nutzte die Erkenntnisse der Elektrizitätslehre: 1839 erfanden der Physiker Christian Ernst Neef (* 1782, ✝ 1849) und J. P. Wagner den ersten selbsttätigen Unterbrecher, während C. A. von Steinheil eine zentral gesteuerte elektrische Uhrenanlage baute. 1844 erfanden S. F. Morse und der englische Ingenieur William Fardely (* 1810, ✝ 1869) das Relais, 1854 entwickelte der amerikanische Erfinder Henry Goebel (* 1818, ✝ 1893) die erste Glühlampe, 1868 baute der französische Physiker Jules Célestin Jamin (* 1818, ✝ 1886) eine elektrische Lampe mit einem Lichtbogen. 1890 wurde in London die erste elektrische U-Bahn in Betrieb genommen, und es gab es die ersten elektrischen Heiz- und Kochgeräte. 1891 führte der amerikanische Elektrotechniker Harry Ward Leonard (* 1861, ✝ 1915) die Elektromotorregelung (Leonard-Schaltung) ein.
 
 
F. Moeller: Leitfaden der E., auf 12 Bde. ber. (1-171968 ff.);
 
Tb. E., hg. v. E. Philippow, 6 Bde. (1976-82);
 
Hb. E. - Elektronik, hg. v. G. Linnemann u. a. (Neuausg. 1983);
 W. Ameling: Grundlagen der E., 2 Bde. (2-41984-88, tlw. Nachdr.);
 H.-J. Bauckholt: Grundl. u. Bauelemente der E. (1984);
 A. von Weiss u. M. Krause: Allg. E. (101987);
 
Einf. in die E., Beitrr. v. K. Lunze u. a., 2 Bde. (7-131991);
 K. Kupfermüller u. G. Kohn: Theoret. E. u. Elektronik (141993):
 D. Zastrow: E. (121993);
 H.-D. Junge u. Germar Müller: Lex. E. (1994);
 G. Hagmann: Grundlagen der E. (51995).
 

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Elẹk|tro|tech|nik, die <o. Pl.>: Zweig der Technik, der sich mit der technischen Anwendung der physikalischen Grundlagen u. Erkenntnisse der Elektrizitätslehre befasst.

Universal-Lexikon. 2012.

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